Die EEG-Vergütung läuft aus – was tun mit der alten Anlage?
Die ersten Photovoltaikanlagen im Münchner Westen erreichen das Ende ihrer EEG-Förderung. Die gute Nachricht vorweg: Eine Anlage, die 20 Jahre gelaufen ist, ist selten am Ende. Module halten deutlich länger, als die Förderdauer suggeriert. Die Frage ist nicht ob, sondern wie man sie weiterbetreibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die EEG-Vergütung endet nach 20 Jahren plus Inbetriebnahmejahr.
- Die Anlage selbst läuft technisch meist deutlich länger weiter.
- Für eingespeisten Strom gibt es danach nur noch einen geringen Marktwert.
- Der sinnvollste Weg ist fast immer: Eigenverbrauch maximieren statt einspeisen.
- Repowering lohnt vor allem bei kleinen Altanlagen auf großen Dächern.
Was genau endet – und was nicht
Ausgelaufen ist nur der Anspruch auf die feste Einspeisevergütung. Sie wird für 20 Jahre zuzüglich des Inbetriebnahmejahres gezahlt. Danach darf die Anlage selbstverständlich weiterlaufen; nur die garantierte Vergütung fällt weg.
Technisch sind Module auf 25 bis 30 Jahre und mehr ausgelegt. Nach zwei Jahrzehnten liefern sie typischerweise noch rund 80 bis 85 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung. Das ist kein Grund zur Demontage.
Häufiger als die Module macht die Peripherie Probleme: Wechselrichter erreichen nach 12 bis 15 Jahren ihr Lebensende, viele Altanlagen laufen bereits mit dem zweiten Gerät.
Die Optionen im Überblick
Weiterbetrieb mit Einspeisung ist möglich, bringt aber nur noch den Marktwert des Stroms abzüglich Vermarktungskosten – ein Bruchteil dessen, was die alte Vergütung gezahlt hat. Als alleinige Strategie trägt das selten.
Umstellung auf Eigenverbrauch ist in den meisten Fällen der wirtschaftlich beste Weg. Dafür braucht es einen Zweirichtungszähler und in der Regel eine Anpassung der Anlagenkonfiguration. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Bezugspreis – und der liegt um ein Vielfaches über dem, was die Einspeisung noch bringt.
Ergänzt um einen Speicher steigt der Anteil, der tatsächlich im Haus bleibt, von rund einem Drittel auf etwa 70 Prozent. Gerade bei Post-EEG-Anlagen ist das oft die Maßnahme mit dem klarsten Effekt.
- Weiterbetrieb mit Einspeisung: geringe Erlöse
- Umstellung auf Eigenverbrauch: meist die beste Rechnung
- Speicher ergänzen: hebt den Eigenverbrauch deutlich
- Repowering: neue Module auf der vorhandenen Fläche
Wann sich Repowering rechnet
Alte Anlagen sind oft klein – 3 bis 5 kWp auf einem Dach, das heute problemlos 10 kWp tragen würde. Damals waren Module teuer, deshalb wurde sparsam belegt. Heute ist die Fläche der begrenzende Faktor, nicht der Modulpreis.
Repowering bedeutet: alte Module runter, moderne Module mit deutlich höherer Leistung je Quadratmeter drauf. Auf derselben Fläche entsteht oft das Doppelte bis Dreifache der bisherigen Leistung. Die neue Anlage erhält dann wieder eine reguläre Vergütung nach aktuellem Satz.
Sinnvoll ist das vor allem, wenn die Dachfläche nicht ausgereizt war oder ohnehin eine Sanierung ansteht. Läuft die Altanlage gut und ist die Fläche voll belegt, ist Weiterbetrieb mit Eigenverbrauch meist die günstigere Wahl.
Was Sie jetzt tun sollten
Prüfen Sie zuerst das Datum der Inbetriebnahme – daraus ergibt sich, wann die Vergütung ausläuft. Bereiten Sie die Umstellung rechtzeitig vor, damit zwischen Vergütungsende und neuer Betriebsweise keine Lücke entsteht.
Wir sehen uns Altanlagen vor Ort an, prüfen Module, Wechselrichter und Verkabelung auf ihren Zustand und rechnen die Varianten gegeneinander. Erst danach lässt sich seriös sagen, ob Weiterbetrieb, Speicher oder Repowering die bessere Entscheidung ist.
Häufige Fragen
Muss ich meine Anlage nach 20 Jahren abbauen?
Nein. Es endet lediglich die garantierte Einspeisevergütung. Die Anlage darf weiterlaufen und tut das technisch meist noch viele Jahre.
Wie viel Leistung hat eine 20 Jahre alte Anlage noch?
Typischerweise noch rund 80 bis 85 Prozent der ursprünglichen Nennleistung. Module altern langsam und weitgehend berechenbar.
Was bekomme ich nach dem EEG-Ende für eingespeisten Strom?
Nur noch den Marktwert abzüglich Vermarktungskosten – deutlich weniger als die frühere feste Vergütung. Deshalb lohnt sich die Umstellung auf Eigenverbrauch.
Lohnt sich Repowering?
Vor allem dann, wenn die Dachfläche nicht ausgereizt ist. Moderne Module liefern je Quadratmeter ein Vielfaches der alten Generation, und die neue Anlage bekommt wieder eine reguläre Vergütung.
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